Content-Management-Systeme im Überblick

01.04.2001

Webtrade April 2001

Information optimal managen fördert die Produktivität

Der Content-Management-System-Markt (CMS) boomt. Viele Anbieter drängen in dieses Segment, die Aussichten sind verlockend. Doch herrscht in diesem Sektor eine babylonische Sprache. wie auch Produktverwirrung vor. Unternehmen müssen sich jetzt mit dem Thema CMS auseinandersetzen, denn es locken Produktivitätszuwächse.

Der Begriff Content Management leidet wie zahlreiche der neuen Marketingslogans unter zahlreichen Definitions- und Abgrenzungsschwächen. Viele Anbieter werben inzwischen mit dem Begriff Content-Management-System, jedoch verbergen sich die unterschiedlichsten Systemlösungen darunter. Zwei große Strömungen lassen sich im Moment im Markt fassen:
Ursprünglich stammen die meisten Ansätze zum Content Management aus dem Web-Umfeld. Der Einsatz von Content Management ist hier direkt mit der Implementierung als Internet-Lösung 'verheiratet'. Lösungsspektrum sind vorrangig Internet-Repräsentanz, B2C und B2B. In Web-Content-Management-Systemen (WCMS oder Web-CMS) ist häufig Präsentation und Repository,ein internes Informationsmanagement, ein und dasselbe - die Nutzung von reinen HTML-Strukturen bringt dies mit sich. Anders sieht dies bei Lösungen aus, die eine Datenbank als Träger benutzen oder XML-Strukturen mit der Trennung von Struktur- und Inhaltsinformationen verwenden. WCM lässt sich in verschiedene Kategorien unterteilen, die einerseits von der angebotenen Funktionalität, andererseits aber durch das Nutzungsmodell definiert sind:


WCM Edition
Diese Lösungen dienen hauptsächlich zur Gestaltung des Angebotes und zur Unterstützung des Editionsprozesses mit Workflow-Funktionalität.

WCM Repository
Hier geht es um das interne Management der bereitgestelten Informationen und die Bereitstellung als Laufzeitumgebung.

WCM Publikation
Diese Lösungen bieten neben der reinen Pull-Bereitstellung von Informationen auch das Push-Prinzip mit der gezielten Distribution von Informationen.

WCM eBusiness
Bei diesen integrierten Systemen geht es über die reine Aufbereitung, Verwaltung und Verteilung des Content hinaus. Weitere Funktionen erlauben auch die direkte Interaktion und individualisierte Nutzung.


Enterprise Content Management (ECM)

Mit dem Begriff Enterprise Content Management werden Lösungen zusammengefasst, die ebenfalls Internet-Technologien benutzen, aber schwerpunktmäßig auf die Inhouse-Informationsbereitstellung zielen. Lösungsspektrum sind hier vorrangig Enterprise-, B2B- und B2C-Portale und inhaltsreiche Dokumenten-Management-, Groupware- und Workflow-Anbieter, die ihre Architekturen noch nicht vollständig umgestellt haben und lediglich einen Web-Server vor ihre Anwendungen stellen, finden sich auch in dieser Kategorie wieder. Wichtigste Anwendungsschwerpunkte sind:

ECM Portal
Browser-basierte, personalisierte Oberfläche zum Zugriff auf Informationen aus unterschiedlichen internen und externen Quellen sowie zur Ablösung bisheriger Host- und/oder Client-Benutzeroberflächen.

ECM Data/Document-Warehouse
Applets, Middleware und Meta-Datenbanken zur Zusammenführung von unstrukturierten Informationen aus verschiedenen Quellen im Unternehmen.

ECM Workflow
Prozessgesteuerte Zusammenführung von Informationen.

ECM Knowledge Management
Aufbereitung von strukturierten und unstrukturierten Informationen einschließlich EBT.


Die Grenzen verschwimmen, zumal sich die Content-Management-Angebote als Infrastruktur zu etablieren beginnen und viele der Lösungen sich inzwischen eher zu Anwendungen entwickeln.
Zukünftig wird sich auch Content Mangement als reine Informationsverwaltungsfunktionalität in Dienst und Basisinfrastruktur positionieren müssen. Dementsprechend schwer ist auch, das vielfältige Angebot von Lösungen zu bewerten. Die folgende Tabelle gibt nur einen kleinen Ausschnitt von Unternehmen wieder, die heute mit dem Schlagwort Content Management werben.